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STAT
Section: Systemaufrufe (2) Updated: 13. Mai 1998 Index
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NAME
stat, fstat, lstat - Ermittle Dateistatus
ÜBERSICHT
#include <sys/types.h>
#include <sys/stat.h>
#include <unistd.h>
int stat(const char *file_name, struct stat *buf);
int fstat(int filedes, struct stat *buf);
int lstat(const char *file_name, struct stat *buf);
BESCHREIBUNG
Beim Aufruf geben diese Funktionen Informationen über die angegebene Datei
zurück. Dazu benötigt man keinerlei Rechte an der angegebene Datei, sehr
wohl aber die Durchsuchungsrechte im allen Verzeichnissen im Pfad, der zu der
Datei führt.
stat
liefert die Informationen zu der in
file_name
angegebenen Datei und übergibt diese an
buf.
lstat
ist ähnlich
stat,
nur daß bei Links Informationen zum Link und nicht zu der bezogenen Datei an
buf
übergeben werden.
fstat
ist genauso wie
stat,
nur wird die offene Datei, auf die
filedes
(so wie von
open(2)
zurückgegeben) zeigt, bearbeitet anstatt
file_name.
Alle Aufrufe geben eine Struktur vom Typ
stat
zurück, die folgendermaßen aufgebaut ist:
-
struct stat
{
dev_t st_dev; /* Device */
ino_t st_ino; /* INode */
mode_t st_mode; /* Zugriffsrechte */
nlink_t st_nlink; /* Anzahl harter Links */
uid_t st_uid; /* UID des Besitzers */
gid_t st_gid; /* GID des Besitzers */
dev_t st_rdev; /* Typ (wenn INode-Gerät) */
off_t st_size; /* Größe in Bytes*/
unsigned long st_blksize; /* Blockgröße */
unsigned long st_blocks; /* Allozierte Blocks */
time_t st_atime; /* Letzter Zugriff */
time_t st_mtime; /* Letzte Modifikation */
time_t st_ctime; /* Letzte Aenderung */
};
st_blocks
gibt die Größe der Datei in 512-Byte-Blocks. Der Wert
st_blksize
gibt die "bevorzugte" Blockgröße für die Dateioperationen an.
(Eine Datei mit kleineren Happen zu schreiben kann ineffizientes
Lesen-Verändern-Wiederschreiben verursachen.)
Nicht alle von Linux unterstützten Dateisysteme verwenden alle Felder.
Einige Dateisysteme erlauben es, so zu montieren, daß Dateizugriffe das
st_atime
nicht modifizieren. (Siehe `noatime' in
mount(8).)
Normalerweise ändert sich
st_atime
durch den Einsatz von
exec(2),
mknod(2),
pipe(2),
utime(2)
und
read(2)
(von mehr als null Bytes). Andere Routinen, wie
mmap(2),
können, müssen aber nicht,
st_atime
modifizieren.
st_mtime
verändert sich beim Einsatz von dateimodifizierenden Operationen, z. B. durch
mknod(2),
truncate(2),
utime(2)
und
write(2)
(von mehr als null Bytes).
Darüberhinaus wird
st_mtime
von Verzeichnissen durch das Anlegen oder Löschen von Dateien in diesem
Verzeichnis geändert.
st_mtime
wird
nicht
durch Ändern von Besitzer, Gruppe, Hardlink-Zähler oder Modus verändert.
st_ctime
wird durch Beschreiben oder das Ändern der INode-Informationen neu gesetzt
(also Besitzer, Gruppe, Link-Zähler, Modus etc.).
Folgende POSIX-Makros sind definiert, um den Dateityp zu überprüfen:
-
- S_ISREG(m)
-
reguläre Datei,
- S_ISDIR(m)
-
Verzeichnis,
- S_ISCHR(m)
-
zeichenorientiertes Gerät,
- S_ISBLK(m)
-
blockorientiertes Gerät,
- S_ISFIFO(m)
-
FiFo,
- S_ISLNK(m)
-
symbolische Verknüpfung (nicht in POSIX.1-1996) und
- S_ISSOCK(m)
-
Socket (nicht in POSIX.1-1996).
Folgende Flags sind für das
st_mode-Feld
definiert:
| S_IFMT | 0017000 | Bitmaske für die Dateityp-Bitfelder
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| S_IFSOCK | 0140000 | Socket
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| S_IFLNK | 0120000 | symbolische Verknüpfung
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| S_IFREG | 0100000 | reguläre Datei
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| S_IFBLK | 0060000 | blockorientiertes Gerät
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| S_IFDIR | 0040000 | Verzeichnis
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| S_IFCHR | 0020000 | zeichenorientiertes Gerät
|
| S_IFIFO | 0010000 | FIFO
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| S_ISUID | 0004000 | SUID-Bit
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| S_ISGID | 0002000 | SGID-Bit (siehe unten)
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| S_ISVTX | 0001000 | Sticky-Bit (siehe unten)
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| S_IRWXU | 00700 | Bitmaske für Besitzerzugriffsrechte
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| S_IRUSR | 00400 | Besitzer hat Lesezugriff
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| S_IWUSR | 00200 | Besitzer hat Schreibzugriff
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| S_IXUSR | 00100 | Besitzer hat Ausführungsrechte
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| S_IRWXG | 00070 | Bitmaske für Gruppenzugriffsrechte
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| S_IRGRP | 00040 | Gruppe hat Lesezugriff
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| S_IWGRP | 00020 | Gruppe hat Schreibzugriff
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| S_IXGRP | 00010 | Gruppe hat Ausführungsrechte
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| S_IRWXO | 00007 | Bitmaske für Zugriffsrechte Anderer (nicht in Gruppe)
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| S_IROTH | 00004 | Andere haben Lesezugriff
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| S_IWOTH | 00002 | Andere haben Schreibzugriff
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| S_IXOTH | 00001 | Andere haben Ausführungsrechte
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Das SGID-Bit (S_ISGID) hat verschiedene besondere Nutzungsmöglichkeiten:
Für ein Verzeichnis bedeutet es, das die BSD-Semantik Anwendung findet: Dateien,
die in ihm erzeugt werden, erben die Gruppen-ID des Verzeichnisses und nicht die
effektive Gruppen-ID des erzeugenden Prozesses, und dort erzeugte Verzeichnisse
haben das SGID-Bit ebenfalls gesetzt. Für eine Datei, bei der das Bit für
Gruppenausführungsrechte (S_IXGRP) nicht gesetzt ist, bedeutet es erzwungenes
Locken von Datei/Datensatz.
Das `Sticky'-Bit (S_ISVTX) an einem Verzeichnis bedeutet, daß eine Datei in
diesem Verzeichnis umbenannt und gelöscht werden darf nur vom Besitzer der
Datei, dem Besitzer des Verzeichnisses, und von Root.
RÜCKGABEWERT
Erfolg gibt 0, ein Fehler gibt -1 zurück und setzt
errno
entsprechend.
FEHLER
- EBADF
-
filedes
falsch oder nicht vorhanden.
- ENOENT
-
Eine Komponente des Pfades
file_name
existiert nicht, oder der Pfad ist eine leere Zeichenkette.
- ENOTDIR
-
Eine Komponente des Pfades ist kein Verzeichnis.
- ELOOP
-
Zu viele symbolische Verknüpfungen wurden entlang des Pfades gefunden.
- EACCES
-
Zugriff verweigert.
- ENOMEM
-
Kein Speicher mehr (das bedeutet Speicher im Kernel).
- ENAMETOOLONG
-
Dateiname ist zu lang.
KONFORM ZU
Die
stat-
und
fstat-Aufrufe
sind zu SVr4, SVID, POSIX, X/OPEN und BSD 4.3 konform. Der
lstat-Aufruf
ist konform zu 4.3BSD und SVr4.
SVr4 dokumentiert die zusätzlichen
fstat-Fehlermeldungen
EINTR, ENOLINK und EOVERFLOW. SVr4 dokumentiert die zusätzlichen
stat-
unf
lstat-Fehlermeldungen
EACCES, EINTR, EMULTIHOP, ENOLINK und EOVERFLOW.
Benutzung der
st_blocks-
und
st_blksize-Felder
kann unter Umständen weniger portabel sein. (Sie wurden in BSD eingeführt und
sind nicht in POSIX spezifiziert. Die Interpretation ist auf verschiedenen
Systemen unterschiedlich, und möglicherweise auch auf einem einzelnen System,
wenn es mit NFS montierte Dateisysteme gibt.)
POSIX beschreibt die Bits S_IFMT, S_IFSOCK, S_IFLNK, S_IFREG, S_IFBLK,
S_IFDIR, S_IFCHR, S_IFIFO und S_ISVTX nicht, sondern verlangt stattdessen
die Benutzung der Makros S_ISDIR() etc. Die Makros S_ISLNK und S_ISSOCK finden
sich nicht in POSIX.1-1996, werden aber im nächsten POSIX-Standard vorhanden
sein; ersteres ist aus SVID 4v2, letzteres aus SUSv2.
Unix V7 (und spätere Systeme) hatten S_IREAD, S_IWRITE und S_IEXEC wo POSIX die
Synonyme S_IRUSR, S_IWUSR und S_IXUSR vorschreibt.
ANDERE SYSTEME
Werte die von verschiedenen Systemen benutzt wurden oder werden:
| Hex | Name | ls | Oktal | Beschreibung
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| f000 | S_IFMT | | 170000 | Maske für Dateityp
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| 0000 | | | 000000 | SCO out-of-service INode, BSD unbekannter Typ
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| | | | SVID-v2 und XPG2 haben sowohl 0 als auch 0100000
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| | | | für gewöhnliche Dateien
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| 1000 | S_IFIFO | p| | 010000 | FiFo (benannte Pipe)
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| 2000 | S_IFCHR | c | 020000 | zeichenorientiertes Spezialdatei (V7)
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| 3000 | S_IFMPC | | 030000 | Gemultiplexte zeichenorientiertes Spezialdatei (V7)
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| 4000 | S_IFDIR | d/ | 040000 | Verzeichnis (V7)
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| 5000 | S_IFNAM | | 050000 | XENIX benannte Spezialdatei
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| | | | mit zwei Untertypen, unterschieden durch st_rdev-Werte:
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| 0001 | S_INSEM | s | 000001 | XENIX Semaphore-Untertyp von IFNAM
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| 0002 | S_INSHD | m | 000002 | XENIX geteilte-Daten-Untertyp von IFNAM
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| 6000 | S_IFBLK | b | 060000 | blockorientierte Spezialdatei (V7)
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| 7000 | S_IFMPB | | 070000 | Gemultiplexte blockorientierte Spezialdatei (V7)
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| 8000 | S_IFREG | - | 100000 | reguläre Datei (V7)
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| 9000 | S_IFCMP | | 110000 | VxFS komprimiert
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| 9000 | S_IFNWK | n | 110000 | Netzwerk-Spezialdatei (HP-UX)
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| a000 | S_IFLNK | l@ | 120000 | symbolische Verknüpfung (BSD)
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| b000 | S_IFSHAD | | 130000 | Solaris Schatten-INode für ACL (nicht sichtbar für Nutzer)
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| c000 | S_IFSOCK | s= | 140000 | Socket (BSD; auch "S_IFSOC" auf VxFS)
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| d000 | S_IFDOOR | D> | 150000 | Solaris Tür (`door')
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| e000 | S_IFWHT | w% | 160000 | BSD `whiteout' (nicht für INode benutzt)
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| 0200 | S_ISVTX | | 001000 | `Sticky'-Bit: Text bleibt auf Swap auch nach Benutzung (V7)
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| | | | reserviert (SVID-v2)
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| | | | Auf Nicht-Verz.: diese Datei nicht in den Cache (SunOS)
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| | | | Auf Verz.: Flag für eingeschränktes Löschen (SVID-v4.2)
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| 0400 | S_ISGID | | 002000 | Setze Gruppen-ID bei Ausführung (V7)
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| | | | für Verz.: benutze BSD-Semantics für Weitergeben der gid
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| 0400 | S_ENFMT | | 002000 | SysV Locken der Datei erzwungen (gleicher Wert wie S_ISGID)
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| 0800 | S_ISUID | | 004000 | setze Nutzer-ID bei Ausführung (V7)
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| 0800 | S_CDF | | 004000 | Verzeichnisse is eine kontextabhängige Datei (HP-UX)
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Ein `sticky'-Befehl tauchte in Version 32V AT&T UNIX auf.
SIEHE AUCH
chmod(2),
chown(2),
readlink(2),
utime(2).
DEUTSCH VON
Jonas Rovan
<jonas@blitz.de>,
der das GerMan-Projekt für eine der besten Ideen hält, die
jemals gehabt wurden und Andries Brouwer
<aeb@win.tue.nl>
für dessen Engagement herzlichst dankt.
Neufassung © 2001 von Michael Piefel
<piefel@informatik.hu-berlin.de>.
Index
- NAME
-
- ÜBERSICHT
-
- BESCHREIBUNG
-
- RÜCKGABEWERT
-
- FEHLER
-
- KONFORM ZU
-
- ANDERE SYSTEME
-
- SIEHE AUCH
-
- DEUTSCH VON
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