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HOSTS

Section: Dateiformate (5)
Updated: 16. Januar 2001
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BEZEICHNUNG

hosts - Die statische Auflösungstabelle für Rechnernamen  

ÜBERSICHT

/etc/hosts  

BESCHREIBUNG

Diese Manual Page beschreibt das Format der Datei /etc/hosts. Dabei handelt es sich um eine einfache Textdatei, die in jeder Zeile einer IP-Adresse einen Rechnernamen (host name) zuordnet. Für jeden einzelnen Rechner sollte eine Zeile mit folgenden Angaben enthalten sein:

IP-Adresse  kanonischer_Rechnername  Aliase

Die Felder eines Eintrags werden durch eine beliebige Anzahl von Leerzeichen und/oder Tabs getrennt. Kommentare werden durch "#" eingeleitet; sämtlicher Text vom "#" bis zum Zeilenende wird ignoriert. Rechnernamen dürfen beliebige druckbare Zeichen außer den Feldbegrenzern, Zeilenende- oder Kommentarzeichen enthalten. Aliase bieten die Möglichkeit, Namensänderungen, abweichende Schreibweisen, abgekürzte Rechnernamen oder generische Rechnernamen (zum Beispiel localhost, www) zu benutzen. Das Format der Rechnertabelle (host table) wird im RFC 952 beschrieben.

Der Berkeley Internet Name Domain (BIND) Server implementiert einen Name-Server für UNIX-Systeme. Er ersetzt die Datei /etc/hosts und die damit verbundene Namensauflösung und macht den Rechner dadurch unabhängig von der Aktualität und Vollständigkeit von /etc/hosts.

Auch wenn auf modernen Systemen die Rechnertabelle vom DNS ersetzt wurde, wir sie für einige Anwendungsfälle immer noch verwendet.

Hochfahren des Systems
Die meisten Systeme verfügen über eine kleine Rechnertabelle, die Namens- und Adressinformation für die wichtigstens Rechner im lokalen Netz enthält. Dies ist dann nützlich, wenn der DNS noch nicht läuft, zum Beispiel beim Systemstart.
NIS
Wird NIS verwendet, dient die Rechnertabelle als Ausgangsbasis für die NIS Rechner-Datenbank. NIS kann zwar mit DNS verwendet werden, aber meist wird eine Rechnertabelle (mit Einträgen für alle lokalen Rechner) als Ersatz verwendet.
Isolierte Systeme
In sehr kleinen, unabhängigen Netzen wird gern eine Rechnertabelle anstelle des DNS eingesetzt. DNS bietet wenig Vorteile, wenn das Netz nicht mit dem Internet verbunden ist und sich das lokale Netz selten ändert.
 

BEISPIEL

127.0.0.1       localhost
192.168.1.10    foo.mydomain.org        foo
192.168.1.13    bar.mydomain.org        bar
216.234.231.5   master.debian.org       master
205.230.163.103 www.opensource.org
 

GESCHICHTLICHE ANMERKUNG

Vor der Einführung des DNS war in dem damals gerade den Kinderschuhen entwachsenen Internet die Rechnertabelle die einzige Möglichkeit, Rechnernamen aufzulösen. Diese Datei konnte aus der offiziellen Rechner-Datenbank, die vom Network Information Control Center (NIC) gepflegt wurde, erstellt werden. Es waren allerdings oft lokale Änderungen notwendig, um sie bezüglich inoffizieller Aliase und/oder unbekannter Rechner auf den neusten Stand zu bringen. Das NIC pflegt die hosts.txt-Dateien nicht mehr, allerdings konnten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Handbuch-Seite (circa 2000) im WWW historische hosts.txt-Dateien gefunden werden. Ich habe gerade drei gefunden, die von 1992, 1994 und 1995 datieren.  

DATEIEN

/etc/hosts  

SIEHE AUCH

hostname(1), resolver(3), resolver(5), hostname(7), named(8), Internet RFC 952  

AUTOR

Diese Handbuch-Seite wurde von Manoj Srivastava <srivasta@debian.org> für das Debian GNU/Linux System geschrieben. Die Übersetzung leistete Florian Jenn <jennf@tu-cottbus.de>.


 

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